Gemüseschalen, Kaffeesatz, der Rest vom Mittagessen – in den meisten Küchen landet das im Biomüll. Mit Bokashi wird daraus in wenigen Wochen Futter für deine Erde und ein flüssiger Dünger obendrauf. Das klappt auch ohne Garten, direkt in der Küche. Hier erfährst du, wie es geht.

Was ist Bokashi?
Bokashi ist eine Methode, Küchenabfälle zu fermentieren statt sie verrotten zu lassen. Die Reste kommen in einen luftdicht verschlossenen Eimer und werden mit einer Bokashi-Kleie bestreut, in der Mikroorganismen stecken. Sie vergären die Abfälle ähnlich wie Sauerkraut.
Heraus kommen zwei Dinge: eine vergorene Masse, die du in die Erde gibst, und ein Saft, der sich unten im Eimer sammelt. Wichtig zu wissen: Die Masse ist noch keine fertige Erde. Sie sieht fast aus wie vorher, nur etwas weicher – zu Erde wird sie erst im Boden.
Das Wort kommt aus dem Japanischen und bedeutet sinngemäß „fermentierte organische Masse“.
So funktioniert Bokashi – Schritt für Schritt
1. Start: Streu etwas Bokashi-Kleie auf den Boden des leeren Eimers (etwa 20 ml, ein Dosierbecher liegt meist bei).
2. Einfüllen: Gib deine Küchenreste hinein – je kleiner geschnitten, desto gleichmäßiger fermentieren sie. Nasse Reste vorher kurz abtropfen lassen.
3. Kleie drüber: Auf jede neue Schicht wieder etwa 20 ml Kleie. Am Anfang lieber etwas großzügiger.
4. Andrücken: Drück die Reste mit dem Stampfer fest zusammen, damit möglichst wenig Luft drin bleibt.
5. Deckel zu: Der Eimer muss luftdicht verschlossen sein. Öffne ihn möglichst selten – am besten sammelst du die Reste tagsüber in einem kleinen Behälter und leerst ihn einmal am Tag in den Bokashi-Eimer.
6. Saft abzapfen: Alle paar Tage den Saft über den Hahn ablassen. Bleibt er stehen, kann die Masse zu faulen beginnen.
7. Ruhen lassen: Ist der Eimer voll, bleibt er verschlossen und fermentiert noch etwa zwei Wochen weiter. Den Saft zapfst du in dieser Zeit weiter ab.

Mit zwei Eimern geht es am einfachsten: Während einer zwei Wochen ruht, befüllst du den anderen. Stell sie an einen Platz ohne direkte Sonne – ideal sind rund 20 °C, zum Beispiel unter der Spüle.
Was darf in den Bokashi-Eimer?
Fast alles, was in der Küche an Essensresten anfällt – auch Gekochtes, Brot und sogar Fleisch. Das ist einer der großen Unterschiede zum normalen Kompost.
| ✅ Darf rein | ❌ Bitte nicht |
|---|---|
| Obst- und Gemüsereste, auch Zitrus- und Bananenschalen | Flüssigkeiten wie Öl, Essig, Milch, Saft |
| Gekochte Essensreste und Brot | Große Knochen |
| Fleisch und Fisch, auch roh – nur kleine Knochen | Asche |
| Käse, Joghurt (nicht zu flüssig), Eier samt Schale | Tierkot |
| Kaffeesatz, Teebeutel | Papier und Plastik |
| Welke Blumen, Pflanzenreste |
Bokashi-Saft: Dünger und Abflussreiniger
Der Saft, den du unten abzapfst, ist stark konzentriert und sauer. Für Pflanzen musst du ihn immer verdünnen:
💧 1:100, wenn du höchstens einmal pro Woche damit gießt – also 100 ml Saft auf 10 Liter Wasser.
💧 1:200, wenn du öfter gießt oder bei empfindlichen Pflanzen – 10 ml auf 2 Liter.
🌱 Gieß ihn auf die Erde, nicht auf Blätter oder Früchte.
Unverdünnt kannst du ihn in Spüle, Dusche oder WC gießen – er hilft gegen Ablagerungen im Abfluss.
Am besten verwendest du den Saft frisch. Luftdicht, dunkel und kühl gelagert hält er sich ein paar Wochen. Halte das Konzentrat von Haustieren fern.

Was mache ich mit der fermentierten Masse?
Grab die Masse in die Erde ein und bedecke sie gut mit Erde, mindestens 15 cm. Pflanzen kannst du frühestens nach etwa zwei Wochen. Nach rund zwei Monaten ist kaum noch etwas zu erkennen – im Sommer geht es schneller, Kälte bremst.
Kein Garten? Misch die Masse in einem großen Kübel mit Erde und lass sie dort ein paar Wochen ruhen. So entsteht deine eigene Erde für Topf- und Balkonpflanzen – das funktioniert auch im Winter, wenn der Gartenboden gefroren ist.
Du kannst die Masse auch in den Komposthaufen einarbeiten. Und wenn gar nichts davon geht: ab in die Biotonne – dein Biomüll ist durch das Fermentieren bis zu einem Viertel weniger geworden.
Frisch eingearbeitet ist Bokashi für manche Pflanzen noch recht intensiv. Gut untermischen und ein paar Wochen warten – oder im ersten Jahr Starkzehrer wie Kürbis setzen.
Riecht Bokashi? Und was ist der weiße Belag?
Geschlossen riecht ein Bokashi-Eimer nicht. Beim Öffnen riecht es süßlich-sauer, ein bisschen wie Eingelegtes – das ist normal und zeigt, dass die Fermentation läuft.
Weißer Flaum auf den Resten ist ein gutes Zeichen – einfach weiter befüllen.
Riecht es faulig – nach faulen Eiern oder verdorbenem Fleisch –, ist etwas schiefgelaufen. Die häufigsten Gründe:
• zu wenig Reste im Eimer (zu viel Luft) – starte mit 1 bis 2 Litern und drück gut an
• zu wenig Kleie
• zu nass – Reste abtropfen lassen, keine Flüssigkeiten einfüllen
• Saft nicht abgezapft
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Wie lange dauert Bokashi?
Gefüllt wird der Eimer nach und nach, je nachdem, wie viel du kochst. Ist er voll, fermentiert er noch etwa zwei Wochen verschlossen weiter. In der Erde ist die Masse nach rund zwei Monaten weitgehend zersetzt.
Riecht ein Bokashi-Eimer?
Geschlossen nicht. Beim Öffnen riecht es süßlich-sauer. Riecht es faulig, ist meist zu viel Luft, zu wenig Kleie oder zu viel Feuchtigkeit im Eimer.
Darf Fleisch in den Bokashi?
Ja, gekocht und roh, auch Fisch – nur keine großen Knochen.
Wie verdünne ich Bokashi-Saft?
1:100 (100 ml auf 10 Liter), wenn du höchstens einmal pro Woche damit gießt, sonst 1:200. Immer auf die Erde gießen, nicht auf die Blätter.
Geht Bokashi ohne Garten?
Ja. Der Eimer steht in der Küche, die Masse mischst du in einem großen Kübel mit Erde – daraus wird Erde für deine Balkonpflanzen.
Ist weißer Schimmel im Bokashi schlimm?
Nein, weißer Flaum ist ein gutes Zeichen. Riecht der Eimer dagegen faulig, stimmt etwas nicht.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Angaben zu Anwendung, Mengen und Wartezeiten nach den Anleitungen des Herstellers Skaza (Bokashi-Organko-Bibliothek).












