Ein brauner Pappkarton kann im Garten mehr, als nur im Altpapier zu landen: Er erstickt Gras und Unkraut, wenn du ein neues Beet anlegen willst, ohne umzugraben. Ein Dünger ist er aber nicht, und gegen Giersch oder Quecke reicht er allein nicht aus. Hier liest du, warum Pappe ins Beet kommt, welcher Karton sich eignet und wie du ihn richtig auslegst.

Warum Pappe ins Beet?
Karton nimmt Gras und Unkraut darunter das Licht. So kannst du auf Rasen oder einer verunkrauteten Fläche ein neues Beet anlegen, ohne umzugraben: Karton auslegen, Kompost oder organisches Material darauf, fertig.
Diese Methode heißt „Schichtmulch“ oder auf Englisch „Sheet Mulching“. Gartenfachleute aus Großbritannien und den USA empfehlen sie vor allem für Neuanlagen. In Versuchen blieben Kartonbeete deutlich unkrautfreier, man musste weniger jäten, und unter dem Karton fanden sich viele Regenwürmer.
Bei Trockenheit hält Karton außerdem die Feuchtigkeit im Boden, weil weniger verdunstet.
Karton ist kein Dünger. Er besteht fast nur aus Kohlenstoff und bringt kaum Nährstoffe in den Boden. Die Nährstoffe kommen aus dem Kompost oder Mist, den du darauf verteilst.
Welcher Karton eignet sich für den Garten?
Nimm braunen Wellkarton, möglichst unbedruckt und ohne Beschichtung. Darin sind sich die Fachquellen einig.
✅ Geeignet: brauner Versand- und Umzugskarton mit wenig oder keinem Aufdruck
❌ Nicht geeignet: glänzend bedruckte, beschichtete oder gewachste Kartons, Hochglanzverpackungen
✂️ Vorher entfernen: Paketband, Klebeetiketten und Heftklammern
Der Karton unserer Urban Gardening Erde ist unbeschichtet und nur sparsam bedruckt. Wenn du ein Beet damit befüllst, kannst du die leere Schachtel gleich mit verwenden.
Boden mit Karton abdecken: so geht’s
✂️ 1. Fläche vorbereiten: Rasen oder Unkraut kurz mähen, Steine und grobe Äste wegräumen. Umgraben musst du nicht.
💧 2. Karton befeuchten: Den Karton vor dem Auslegen gut nass machen. So kommt Wasser besser durch, und der Abbau beginnt früher.
📦 3. Überlappend auslegen: Die Stücke etwa 20 cm überlappen lassen, damit an den Stößen kein Unkraut durchwächst. Meist reichen zwei Lagen.
🌳 4. Abstand halten: Rund um Stämme und Stängel einen Spalt frei lassen.
🌱 5. Abdecken: 10 bis 15 cm Kompost, Laub, Stroh oder Häckselgut darauf verteilen. Die Schicht beschwert den Karton und liefert die Nährstoffe.

Wann ist die beste Zeit? Der Herbst
Der Herbst ist ein sehr guter Zeitpunkt, um ein neues Beet mit Karton vorzubereiten. Über den Winter baut sich das Material langsam ab, und im Frühjahr kannst du direkt in die Kompostschicht pflanzen.
Wie lange Karton zum Verrotten braucht, hängt von Boden, Feuchtigkeit und Dicke ab. Fachquellen nennen mehrere Monate, für das ganze Schichtbeet rechnen sie mit 6 bis 12 Monaten.
⚠️ Zwei Einschränkungen: In Gärten mit vielen Schnecken fördert eine dauerhafte Mulchschicht die Tiere, die Bayerische Gartenakademie rät im Gemüsegarten deshalb, Mulch ab dem Spätsommer zu entfernen. Und wo Wühlmäuse unterwegs sind, verstecken sie sich gerne unter Abdeckungen.
Karton gegen Unkraut: was er schafft und was nicht
Gegen Gras und Samenunkraut wirkt Karton gut. Gegen Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Winde reicht er allein nicht.
Der Karton ist nach einigen Monaten zersetzt, Giersch und Quecke überleben aber deutlich länger im Dunkeln. Die Royal Horticultural Society empfiehlt deshalb gegen diese Unkräuter Karton plus etwa 20 cm organisches Material und Geduld: Die Fläche sollte ein bis zwei Jahre bedeckt bleiben. Bei Bedarf legst du Mulch nach.
Kann man Pappe im Garten vergraben?
Besser nicht. Keine der Fachquellen empfiehlt, Kartonbögen einzugraben. Karton gehört entweder obenauf als Abdeckung oder zerkleinert in den Kompost.
Der Grund: Karton enthält sehr viel Kohlenstoff und kaum Stickstoff. Wird so ein Material in den Boden eingearbeitet, brauchen die Bodenlebewesen für den Abbau Stickstoff und nehmen ihn den Pflanzen weg. Das kennt man auch von Stroh oder Sägespänen.
Pappe im Hochbeet
Im Hochbeet kann Karton eine Lage zwischen den Schichten sein, etwa zwischen grobem Material unten und der Erde oben. So machen wir es auch in unserer Hochbeet-Anleitung.
Steht ein neues Hochbeet auf Rasen, kann eine Lage Karton am Boden das Gras darunter ersticken.
Eine dauerhafte Sperre gegen Giersch oder Quecke ist Karton aber nicht, dafür zersetzt er sich zu schnell. Gegen Wühlmäuse gehört ein engmaschiges Gitter an den Boden des Hochbeets, das an den Seitenwänden etwas hochgezogen wird. So empfiehlt es auch „Natur im Garten“.

Karton im Kompost
Zerrissener oder geschredderter Karton ist im Kompost „braunes Material“, so wie trockenes Laub. Er gleicht nasse, stickstoffreiche Küchen- und Grünabfälle aus.
Gib ihn klein gerissen und in Maßen dazu, gemischt mit Grünem. Bunt bedruckte Kartons und Hochglanzpapier gehören nicht in den Kompost.
Was gegen Karton spricht
Nicht alle Fachleute sind von Karton im Garten überzeugt. Die US-Gartenwissenschaftlerin Linda Chalker-Scott (Washington State University) rät davon ab und empfiehlt stattdessen Kompost und Holzhäcksel. Ihre Argumente:
💨 Luft und Wasser: Durch Karton kommt weniger Luft und Wasser in den Boden als durch lockeren Mulch. In einem Versuch unterschieden sich die Sauerstoffwerte im Boden darunter allerdings kaum von unbedecktem Boden.
🌧️ Staunässe: Auf schweren, dauerhaft nassen Böden kann es unter Karton zu wenig Luft geben. Dort solltest du ihn nicht verwenden.
🧪 Inhaltsstoffe: Recyclingkarton kann Rückstände aus Druckfarben und anderen Stoffen enthalten. Deshalb nur unbedruckten, unbeschichteten Karton verwenden.
Häufige Fehler
❌ Karton trocken auflegen: Trockener Karton lässt Regen kaum durch. Vorher gut befeuchten.
❌ Lücken an den Stößen: Dort wächst das Unkraut sofort wieder durch. Großzügig überlappen.
❌ Karton ohne Abdeckung: Unbedeckt weht er weg, trocknet aus und sieht nicht schön aus. Immer mit Kompost oder Mulch beschweren.
❌ Auf Giersch hoffen: Eine Lage Karton für einen Winter reicht gegen Wurzelunkräuter nicht.
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Warum legt man Pappe ins Beet?
Um Gras und Unkraut darunter zu ersticken. So lässt sich auf Rasen oder einer verunkrauteten Fläche ein neues Beet anlegen, ohne umzugraben. Auf den Karton kommen 10 bis 15 cm Kompost oder organisches Material.
Bringt Karton Nährstoffe in den Boden?
Kaum. Karton besteht fast nur aus Kohlenstoff. Die Nährstoffe kommen aus der Kompost- oder Mistschicht obendrauf.
Wie lange braucht Karton zum Verrotten?
Je nach Boden, Feuchtigkeit und Dicke einige Monate. Für ein ganzes Schichtbeet rechnen Fachquellen mit 6 bis 12 Monaten.
Kann man Pappe im Garten vergraben?
Besser nicht. Eingegrabener Karton kann beim Abbau Stickstoff binden, der dann den Pflanzen fehlt. Leg ihn obenauf oder gib ihn zerkleinert in den Kompost.
Hilft Karton gegen Giersch und Quecke?
Allein nicht. Gegen Wurzelunkräuter braucht es Karton plus etwa 20 cm Mulch und ein bis zwei Jahre Geduld.
Welcher Karton ist für den Garten geeignet?
Brauner Wellkarton ohne Beschichtung und mit wenig oder keinem Aufdruck. Paketband, Etiketten und Klammern vorher entfernen.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Quellen: Royal Horticultural Society, No-dig gardening, Ground elder und Composting; Oregon State University Extension, Sheet mulching and lasagna composting with cardboard (2025); SDSU Extension, Cardboard in the Garden: Friend or Foe? (2025); Bayerische Gartenakademie (LWG), Merkblatt „Mulchen im Gemüsegarten“; Natur im Garten, Hochbeete; Shahzad et al., Soil & Tillage Research 194 (2019).






